Ratgeber · Vorlage

Maßnahmenplan erstellen: Aufbau, Pflichtfelder und Beispiel

Ein Maßnahmenplan bündelt alle Maßnahmen zu einem Anlass – einem Audit, einer Risikoanalyse oder einem Projekt. Diese Felder und Regeln machen ihn verlässlich.

Wozu ein Maßnahmenplan dient

Ein Maßnahmenplan macht sichtbar, was aus einem Anlass folgt und wie weit die Umsetzung ist. Er ist Arbeitsinstrument für die Verantwortlichen, Steuerungsinstrument für die Leitung und Nachweis gegenüber Auditoren, Kunden oder Behörden.

Typische Anlässe sind interne und externe Audits, der Risikobehandlungsplan im ISMS, Gefährdungsbeurteilungen im Arbeitsschutz, Reklamationen, Managementbewertungen oder Projekte. Bewährt hat sich, pro Anlass einen eigenen Plan zu führen – so bleibt nachvollziehbar, woher eine Maßnahme stammt.

Die Pflichtfelder

FeldInhaltHinweis
Nummereindeutige Kennung, z. B. AUD-14erleichtert Verweise in Berichten und Gesprächen
QuelleAudit, Risiko, Reklamation, Vorfall …mit Verweis auf Bericht oder Feststellung
Beschreibungwas genau zu tun istals Ergebnis formulieren, nicht als Tätigkeit
Verantwortlicheine Person oder klar benannte Gruppenie „alle“ oder „IT“ ohne Ansprechpartner
Zieldatumrealistischer, verbindlicher Terminmit Erinnerung vor Ablauf
Prioritätz. B. hoch / normal / niedrigaus Risiko oder Schwere der Abweichung abgeleitet
Statusoffen / in Umsetzung / in Prüfung / erledigt„erledigt“ erst nach Prüfung
Nachweis & WirksamkeitErgebnis, Dokumente, Prüfvermerkwer hat wann was geprüft?

Maßnahmen SMART formulieren

Unklare Maßnahmen sind die häufigste Ursache für Verzögerungen. „Datensicherung verbessern“ lässt offen, was am Ende vorliegen soll. Besser: „Wiederherstellungstest für den Dateiserver durchführen und Ergebnis dokumentieren – bis 30.11.“ Die SMART-Regel hilft:

  • Spezifisch: eindeutig beschrieben, ohne Interpretationsspielraum
  • Messbar: es ist klar, woran die Erfüllung erkennbar ist
  • Akzeptiert: die verantwortliche Person hat zugestimmt
  • Realistisch: mit den vorhandenen Mitteln umsetzbar
  • Terminiert: mit festem Zieldatum

Beispiel: Maßnahmenplan nach einem internen ISMS-Audit

Nr.MaßnahmeVerantwortlichZielStatus
AUD-12Phishing-Schulung für alle Beschäftigten durchführen, Teilnahme dokumentierenPersonal31.10.in Prüfung
AUD-14Zugriffsrechte der Fachanwendungen gegen das Rollenkonzept prüfen und bereinigenIT-Leitung30.11.offen
AUD-15Bewertung der IT-Dienstleister nach festgelegten Kriterien durchführenEinkauf15.11.in Prüfung
AUD-17Notfallplan aktualisieren und Wiederanlauf testenISB15.12.offen

Die Maßnahme AUD-14 ist groß genug, um sie in Teilmaßnahmen je Anwendung zu zerlegen. Jede Teilmaßnahme erhält einen eigenen Verantwortlichen – der Gesamtstatus bleibt an der Hauptmaßnahme sichtbar.

Typische Fehler

  • Maßnahmen ohne Termin oder mit „laufend“ als Termin
  • Status wird von der umsetzenden Person selbst auf „erledigt“ gesetzt – ohne Prüfung
  • Nachweise liegen verstreut in Postfächern und Laufwerken
  • Der Plan wird nur vor dem nächsten Audit aktualisiert
  • Mehrere Versionen derselben Excel-Datei sind im Umlauf

Maßnahmenplan digital führen

In e-Aufgaben entspricht ein Maßnahmenplan einem Projekt. Das Projektkürzel wird zur Nummer der Maßnahme (z. B. AUD-14), Statistiken zeigen den Stand. Auf dem Kanban-Taskboard lassen sich eigene Listen anlegen – etwa „offen“, „in Umsetzung“ und „in Prüfung“. Verantwortliche sehen ihre Maßnahmen direkt in ihrer Liste der erhaltenen Aufgaben und werden vor dem Zieldatum erinnert.